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circulating contexts
CURATING MEDIA/NET/ART


Katalogpräsentation und Diskussion

15. Oktober 2007, 19 Uhr
Depot - Kunst und Diskussion
Breite Gasse 3, 1070 Wien

On Contemporary Art Galleries and Internet Art

Luis Silva, Kurator, Theoretiker, freier Autor

The Politics of Online Curating
Joasia Krysa, Kuratorin, Dozentin in "Art&Technology" an der Universität Plymouth

Kurator Software, Version Beta 1.0
Duncan Shingleton, Medienkünstler, Programmierer

Curating Media/Net/Art
CONT3XT.NET, Diskussions- und Präsentationsplattform für (Neue) Medien Kunst


katalog Herausgeber: CONT3XT.NET (Sabine Hochrieser, Michael Kargl, Franz Thalmair)
Design: Ulrike Ostermann
Übersetzungen: Erika Doucette
Korrektorat: Astrid Steinbacher
Beiträge: Penny Leong Browne, Yueh Hsiu Giffen Cheng, CONT3XT.NET, Ursula Endlicher, John J. Francescutti, Jeremy Hight, G. H. Hovagimyan, Ela Kagel, Joasia Krysa, LeisureArts, Eva Moraga, Scott Rettberg, Duncan Shingleton, Luis Silva, David Upton, xDxD xD
Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt
Projektförderung: Kulturabteilung der Stadt Wien / Netzkulturen
ISBN: 978-3-8370-0880-7
Seiten: 160, Softcover
Preis: € 25,00 >> buy now
Copyright: Alle Texte stehen unter eine Creative Commons Lizenz (siehe Katalog)


Erweiterte kuratorische Praktiken im Internet

Einleitung zum Katalog (Download   PDF)

Das Kuratieren Internet-basierter Kunstformen im eigenen Medium hat sich zu einem vielschichtigen Kommunikationsprozess zwischen Usern jeglicher Provinienz entwickelt. Netz/Kunst-Kuratoren werden vielerorts als cultural context providersmeta artists, power usersfilter feeders oder einfach proactive consumers bezeichnet und schaffen mit ihrer Tätigkeit Öffentlichkeit für die Protagonisten der Netzkunst-Szene. Der Umgang mit technologischen Neuerungen und das Wissen über bestehende Kommunikationskanäle gehören genauso zu den kuratorischen Aufgaben im Netz wie das Bereitstellen von Ressourcen, das Initiieren von Zusammenarbeit und das Aufrechterhalten von Kontakten in international agierenden Netzwerken.

Eine Erweiterung des kuratorischen Handlungsfeldes, das über die Betreuung, Kontextualisierung und Ausstellung von Kunstwerken in Museen, Galerien oder Off-Spaces hinausgeht, hängt unmittelbar mit der spezifischen Medialität der im Internet produzierten Kunst zusammen: Sie verlangt nicht unbedingt eine Präsentation im bekannten Ausstellungsraum, sondern kann, sofern ein Computer mit Internetanschluss vorhanden ist, überall und jederzeit abgerufen werden. Häufig entsteht Netzkunst auch erst durch die Beteiligung des Publikum und wird von diesem kommentiert, transformiert sowie in viele Richtungen multipliziert. Hinzukommt, dass oft die kommunikativen Mechanismen hinter den Kunstwerken gleichzeitig Thema derselben sind und auf diese Weise ein wechselseitiger "feedback-loop" zwischen dem ursprünglichem Urheber und dem User entsteht.

Mit der im 20. Jahrhundert mehrfach postulierten Auflösung der Autorenschaft und des Werkbegriffs zugunsten eines Diskurses, der sich wiederum durch seinen eigenen Entstehungs- und Rezeptionsprozess konstituiert, gehen auch die Förderung und Sichtbarmachung eben dieser Prozesse einher. Kuratoren sind in der Folge also diejenigen, die Kontexte für Künstler erzeugen, die wiederum Kontexte verbreiten.

Anders jedoch als in den späten 1990er Jahren, als netzbasierte Kunstfomen als avantgardistisches Spektakel gefeiert wurden, ringen sie heute um die Aufmerksamkeit eines breiteren kunstinteressierten Publikums. Mehr und mehr wird von Kuratoren gefordert, diese Kunstformen in den herkömmlichen Ausstellungsbetrieb einzubeziehen und stellt sie gleichtzeitig vor vielerlei Probleme: Das vor einigen Jahren postulierte curating immateriality steht immensen technischen Anforderungen gegenüber und die theoretische Auseinandersetzung mit technologiebasierten Kunstformen - jenseits ihrer Betrachtung als "Techno-Kunst" und der damit einhergehenden Implikation des "The Medium is the Message" - befindet sich erst im Aufbau.


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CONT3XT.NET wurde 2006 als Plattform zur Diskussion und Präsentation von (Neuer) Medien Kunst von Sabine Hochrieser, Michael Kargl (a.k.a. Carlos Katastrofsky) und Franz Thalmair gegründet.